Wurzelbehandlung – den eigenen Zahn erhalten

UND ALTERNATIVE MÖGLICHKEITEN

Eine Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung, Fachbegriff: Endodontie) ist notwendig, wenn der Zahnnerv (die Pulpa) im Inneren des Zahnes unumkehrbar entzündet oder bereits abgestorben ist. Dabei wird das erkrankte Gewebe entfernt, das Kanalsystem in der Wurzel gereinigt, desinfiziert und dicht verschlossen.

Ziel ist es, den eigenen Zahn zu erhalten, statt ihn zu entfernen.

In der Ordination von Dr. Tobias Salfinger MSc in Roitham am Traunfall gehört zu jeder Wurzelbehandlung auch ein ehrliches Gespräch: Als Praxis für biologische Zahnmedizin nach dem Swiss Biohealth Concept zeigen wir Ihnen beide Wege – den Zahn zu erhalten oder ihn durch ein metallfreies Keramikimplantat zu ersetzen. Entscheiden tun Sie.

Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?

Der Zahnnerv liegt geschützt im Inneren des Zahnes. Gelangen Bakterien dorthin – meist über eine tiefe Karies, einen Riss oder eine undichte Füllung –, entzündet sich das Gewebe. Heilt die Entzündung nicht mehr von selbst ab, stirbt der Nerv früher oder später ab. Dann bleibt nur, das Zahninnere zu reinigen oder den Zahn zu entfernen.

Typische Anzeichen:

  • Schmerz bei Warmem, der lange nachklingt
  • pochender Dauerschmerz, oft nachts stärker
  • Schmerz beim Aufbeißen oder Klopfen auf den Zahn
  • Schwellung am Zahnfleisch, manchmal mit einer kleinen „Eiterblase" (Fistel)
  • ein Zahn, der sich dunkel verfärbt
  • ein Zahn, der nach starken Schmerzen plötzlich ruhig wird – oft ein Zeichen, dass der Nerv abgestorben ist

Manchmal verläuft eine Entzündung auch völlig ohne Beschwerden und zeigt sich erst auf dem Röntgenbild. Genau deshalb sind die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung und eine sorgfältige Diagnostik so wichtig.

 

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Wurzelbehandlung aus Sicht der biologischen Zahnmedizin

Hier unterscheiden wir uns von vielen Praxen – und wir sprechen es offen an.

Nach dem Swiss Biohealth Concept (einem ganzheitlichen Ansatz, der Mund und Körper als Einheit betrachtet) gelten wurzelbehandelte Zähne als mögliche Störfelder (Belastungsherde). Der Gedanke dahinter: Ein wurzelbehandelter Zahn ist nicht mehr durchblutet. In den feinsten Seitenkanälchen können Bakterien verbleiben, die keine Spülung vollständig erreicht. Bei manchen Menschen kann das eine stille, chronische Entzündung unterhalten.

Gleichzeitig ist die Wurzelbehandlung eine bewährte, wissenschaftlich gut untersuchte Methode, um einen eigenen Zahn langfristig zu erhalten. Und nicht jeder wurzelbehandelte Zahn belastet den Körper.

 

Darum entscheiden wir nicht pauschal, sondern im Einzelfall:

Wurzelbehandlung Entfernung + Keramikimplantat
Der eigene Zahn bleibt erhalten Der mögliche Belastungsherd wird entfernt
Kein chirurgischer Eingriff Chirurgischer Eingriff, Einheilzeit von einigen Monaten
Grundsätzlich Kassenleistung Implantat ist eine Privatleistung
Zahn ist danach nicht mehr durchblutet Metallfreier Zahnersatz aus Keramik (Zirkonoxid)
Bei erneuter Entzündung: Revision oder Wurzelspitzenresektion möglich Erfordert ausreichend Knochen – sonst vorher Knochenaufbau

 

Wann wir eher zum Erhalt raten:

wenn der Zahn gut erhaltbar ist, die Entzündung begrenzt ist und keine weiteren Belastungen im Körper bekannt sind.

 

Wann wir die Alternative ansprechen:

wenn der Zahn stark zerstört ist, eine Entzündung trotz Behandlung bestehen bleibt, Sie sich bewusst für ein metallfreies, biologisches Gesamtkonzept entscheiden oder Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt einen Zusammenhang mit chronischen Beschwerden abklären lassen möchte.

Wichtig ist uns: Eine Zahnentfernung ist kein Heilmittel für Beschwerden im übrigen Körper, und wir versprechen das auch nicht. Wir zeigen Ihnen die Befunde, erklären Vor- und Nachteile, und Sie entscheiden in Ruhe.

 

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Wie läuft eine Wurzelbehandlung ab?

1. Diagnose. Wir untersuchen den Zahn, testen, ob der Nerv noch reagiert, und fertigen ein Röntgenbild an. Bei komplexen Wurzeln oder unklarem Befund nutzen wir die DVT (dreidimensionales Röntgen), um Anzahl und Verlauf der Kanäle genau zu sehen.

2. Betäubung. Der Zahn wird örtlich betäubt. Sie spüren Druck und Vibration, aber keinen Schmerz.

3. Abschirmen. Ein dünnes Spanngummi (Kofferdam) isoliert den Zahn vom Speichel. So bleiben Bakterien aus dem Mund draußen, und der Kanal kann sauber gearbeitet werden.

4. Reinigen und Formen. Über eine kleine Öffnung in der Zahnkrone entfernen wir das entzündete oder abgestorbene Gewebe. Mit feinen Instrumenten werden die Wurzelkanäle bis zur Spitze gereinigt und erweitert. Die Länge jedes Kanals messen wir elektronisch.

5. Desinfizieren. Spülflüssigkeiten erreichen auch die feinen Seitenkanälchen, die kein Instrument erreicht. Bei starker Entzündung legen wir eine medikamentöse Einlage ein und verschließen den Zahn bis zum nächsten Termin provisorisch.

6. Dicht verschließen. Sind die Kanäle sauber und beschwerdefrei, werden sie bis zur Spitze dicht gefüllt. Ein Kontrollröntgen zeigt, ob die Füllung vollständig ist.

7. Den Zahn schützen. Ein wurzelbehandelter Zahn wird spröder. Damit er beim Kauen nicht bricht, empfehlen wir meist eine Teilkrone oder Krone – angefertigt in unserem praxiseigenen Labor.


Wie lange hält ein wurzelbehandelter Zahn?

Eine sorgfältig durchgeführte Wurzelbehandlung kann einen Zahn viele Jahre erhalten. In einer systematischen Übersichtsarbeit waren je nach Beobachtungszeitraum rund 86 bis 93 % der wurzelbehandelten Zähne nach zwei bis zehn Jahren noch vorhanden (Ng et al., International Endodontic Journal 2010). Für den einzelnen Zahn ist das keine Garantie – entscheidend sind vor allem:

  • wie viel gesunde Zahnsubstanz noch vorhanden ist
  • ob die Kanäle vollständig gereinigt und dicht gefüllt werden konnten
  • ob der Zahn anschließend mit einer Krone geschützt wird
  • wie gut Mundhygiene und Prophylaxe danach sind

Wenn die Entzündung bleibt: Revision und Wurzelspitzenresektion

Heilt eine Entzündung an der Wurzelspitze nicht ab, gibt es zwei Möglichkeiten, den Zahn dennoch zu erhalten:

  • Revision (Wiederholung der Wurzelbehandlung): Die alte Füllung wird entfernt, die Kanäle werden erneut gereinigt und verschlossen.
  • Wurzelspitzenresektion (chirurgische Entfernung der Wurzelspitze): Die entzündete Spitze wird über einen kleinen Zugang durch das Zahnfleisch entfernt und das Wurzelende mikrochirurgisch versiegelt. Mehr dazu auf unserer Seite zur Oralchirurgie.

Ist der Zahn nicht mehr sinnvoll zu erhalten, besprechen wir mit Ihnen den Ersatz – vom Keramikimplantat über Titanimplantate bis zur Brücke.

Was kostet eine Wurzelbehandlung?

Die klassische Wurzelbehandlung ist in Österreich grundsätzlich eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bitte bringen Sie Ihre e-card mit. Wir behandeln Kassen- und Privatpatientinnen und -patienten. 

Wurzelbehandlung unter dem Mikroskop (Privatleistung):
Auf Wunsch führen wir Ihre Wurzelbehandlung unter dem Dentalmikroskop (einem Operationsmikroskop mit starker Vergrößerung und heller Ausleuchtung) durch. Wurzelkanäle sind oft dünner als eine Nadel, verzweigt und gekrümmt – mit bloßem Auge kaum zu sehen. Unter dem Mikroskop erkennen wir feinste Strukturen: versteckte Nebenkanäle, Risse oder alte Füllungsreste. So arbeiten wir besonders präzise und substanzschonend.

Die Behandlung unter dem Mikroskop ist keine Kassenleistung. Ob sie sich für Ihren Zahn lohnt – etwa bei Backenzähnen mit vielen Kanälen, stark gekrümmten Wurzeln oder einer erneuten Behandlung (Revision) –, besprechen wir vorher mit Ihnen.

Manche Leistungen gehen über den Kassenumfang hinaus, etwa eine anschließende Krone oder besondere Verfahren bei schwierigen Wurzeln. Diese besprechen wir immer vorher mit Ihnen – Sie erhalten einen Kostenvoranschlag, bevor wir beginnen.

Häufige Fragen zur Wurzelbehandlung

 

Wie lange dauert eine Wurzelbehandlung?

Meist sind ein bis drei Termine nötig, jeweils etwa 45 bis 90 Minuten. Wie viele es werden, hängt von der Anzahl der Wurzelkanäle und der Stärke der Entzündung ab. Backenzähne haben drei oder mehr Kanäle und brauchen deshalb länger als Frontzähne.

Kann ich nach der Wurzelbehandlung arbeiten gehen?

In den meisten Fällen ja. Essen Sie erst, wenn die Betäubung vollständig abgeklungen ist, und kauen Sie bis zur endgültigen Versorgung möglichst auf der anderen Seite.

Ist ein wurzelbehandelter Zahn ein „toter Zahn"?

Ja, im Sinne von: Er hat keinen lebenden Nerv und keine Blutversorgung im Inneren mehr. Er bleibt aber über die Wurzelhaut fest im Kiefer verankert und kann viele Jahre funktionieren.

Warum verfärbt sich ein wurzelbehandelter Zahn?

Ohne Nerv und Durchblutung kann ein Zahn mit der Zeit dunkler werden. Eine Aufhellung von innen (internes Bleaching) oder eine Krone kann das ausgleichen.

Brauche ich nach der Wurzelbehandlung eine Krone?

Bei Backenzähnen fast immer, bei Frontzähnen nicht immer. Ein wurzelbehandelter Zahn wird spröder; eine Krone oder Teilkrone schützt ihn vor dem Abbrechen.

Muss ein wurzelbehandelter Zahn gezogen werden, wenn ich biologisch behandelt werden möchte?

Nicht zwangsläufig. Im Swiss Biohealth Concept gelten wurzelbehandelte Zähne als mögliche Störfelder. Ob ein Zahn tatsächlich entfernt werden sollte, entscheiden wir im Einzelfall – nach Befund, Röntgenbild und gemeinsam mit Ihnen.

Kann ich mit Schmerzen kurzfristig kommen?

Ja. Rufen Sie während der Ordinationszeiten an oder nutzen Sie außerhalb davon unser Schmerzformular. Wir halten Zeitfenster für akute Beschwerden frei.

 

Ihr Zahn - Ihre Entscheidung

Eine Wurzelbehandlung ist keine Behandlung „von der Stange". Wir nehmen uns Zeit für die Diagnose, erklären Ihnen, was wir sehen, und zeigen Ihnen alle Möglichkeiten – vom Erhalt Ihres Zahnes bis zur metallfreien Alternative.
Wir behandeln in Roitham am Traunfall Patientinnen und Patienten aus Gmunden, Laakirchen, Schwanenstadt, Lambach, Stadl-Paura, Vöcklabruck und dem gesamten Salzkammergut.